Mount Snowdon – Der höchste Berg von Wales über Crib Goch und Y Lliwedd

Von Wales erwartet man eher hügelige Schafweiden als die vielfältigen Küsten und Berglandschaften, die das kleine Land zu bieten hat. Der im Snowdonia National Park gelegene Mount Snowdon ist mit 1085 Metern der höchste Berg von Wales. Sein walisischer Name Yr Wyddfa bedeutet Grab oder Gruft, aber so gefährlich ist der Berg heute bei Weitem nicht mehr! Die Schwierigkeitsgrade der verschiedenen Wege reichen von Bergbahn über Treppe und Pfad hin zu messerscharfem Grat. Und genau für diesen messerscharfen Grat namens Crib Goch haben wir uns entschieden. Er gehört zum sogenannten Snowdon Horseshoe Hike, einem der spektakulärsten Rundwege in Wales über die 3 Gipfel Crib Goch, Snowdon und Y Lliwedd.

Eine Nacht am Cadair Idris

Der Cadair Idris (Cader Idris) ist mit 893 m der höchste Berg im südlichen Snowdonia National Park in Wales. Der lange Bergrücken umringt den See im Innern wie ein Krater. Auf ihm entlang führt der Wanderweg, von dem aus man einerseits bis aufs Meer und andererseits auf die Berge und Seen schauen kann. Besonders schön ist es, eine Nacht im Zelt am See zu verbringen. Bei gutem Wetter könnt ihr dann vom Gipfel den Sonnenuntergang über der Irischen See beobachten, am See frühstücken und ins kalte Wasser springen, bevor ihr zur Wanderung aufbrecht.

Der Ceredigion Coast Path in Wales

Der Ceredigion Coast Path ist ein Abschnitt des 1400 km langen Wales Coast Path, dem längsten zusammenhängenden Küstenweg der Welt entlang der gesamten walisischen Küste. Er führt von Cardigan über Aberystwyth nach Ynyslas, über 96 km durch die Region Ceredigion in Midwales. Ich wollte während meines Auslandsjahres in Wales einen Fernwanderweg gehen. Den ganzen Wales Coast Path mit seinen 1400 km konnte ich neben dem Studium natürlich nicht laufen, deswegen bot sich von Aberystwyth aus der Ceredigion Coast Path an. Der Weg bietet einen ständigen Blick auf die Küste, das Meer, Klippen und einsame Strände. Gelegentlich sieht man auch Delfine und Wasserfälle, die von den Klippen ins Meer stürzen.

Ein Wochenende in Cardiff

Cardiff ist die Hauptstadt von Wales und der wahrscheinlich einzig außerhalb bekannte Ort des Landes. Mit knapp 370.000 Einwohnern ist Cardiff auch schon die größte Stadt und zeigt wie wenig bevölkert Wales ist. Trotzdem lohnt sich Cardiff für einen wunderschön entspannten Städtetrip. Wir haben Welsh Cakes und Baklava in der Markthalle gefrühstückt, mittags im schicken The Ivy gegessen, saßen nachmittags mit einem Kaffee im Schlosshof und tanzten abends zu Livemusik in einem Pub.

Höhlenklettern in den Brecon Beacons

Die Brecon Beacons sind ein wunderschöner Nationalpark im Süden von Wales. In meinen ersten Wochen hätte ich sie gern oberirdisch gesehen, konnte ich ja auch kurz auf dem Weg zur Höhle. Während der Freshers Fair hatte ich den Caving Club entdeckt. Was bei uns exotisch ist, ist auf der Insel fast schon ein Trendsport: Höhlenklettern. Unser erster Trip führte uns zu einem großen Höhlensystem namens Ogof FFynnon Ddu, kurz OFD. Das ist Walisisch für Höhle der schwarzen Quelle. Mit insgesamt 50 km ist die Tropfsteinhöhle die drittlängste Höhle in der UK, ohne Club kommt man hier nicht rein. Zwei Wochen nach unserem Besuch kam diese Meldung in den Nachrichten: Ein Mann musste nach 2 Tagen aus der Höhle gerettet werden, in der wir unseren Freshers Trip hatten.

Vorbereitung auf mein Auslandsjahr in Wales mit Brexit und Corona

Anfang des Jahres bin ich eher zufällig über die Infoveranstaltung meiner Universität zum Erasmus gestolpert. Ich hatte bis dahin nicht die Absicht ein Erasmus zu machen, habe mich aber einfach mal beworben und wurde für meinen Erstwunsch Aberystwyth angenommen. Aberystwyth ist eine walisische Küstenstadt, die zwischen der Irischen See und den Cambrian Mountains liegt. Ich wollte hierher, weil einerseits die Universität einige Module in meinem Schwerpunkt Kriminologie anbietet, die so tiefgehend in Deutschland nicht behandelt werden. Andererseits liegt die Stadt zentral in Wales, am Meer und in den Bergen und ist so ein Paradies für Natursport und Abenteuer. Während des Brexits und Corona nach Großbritannien zu gehen, sollte allerdings umständlicher werden, als ich anfangs noch gedacht habe.