Meine 11 Tipps für Pico – Die gebirgige Insel der Azoren

Die zweite Insel auf unserer Reise war Pico, die Ilha Montanha. Ihr Beiname bedeutet gebirgige Insel, da ihre Landschaft nicht nur vom höchsten Berg Portugals und dritthöchsten Vulkan im Atlantik, sondern auch durch viele kleinere Krater geprägt ist. Trotzdem fände ich Beinamen wie Lavainsel oder Vulkaninsel passender, denn ganz Pico ist geprägt vom Vulkangestein, die Weinberge, die Küsten, selbst die Häuser werden aus ihm gebaut. Für mich war Pico die aufregendste und schönste unserer drei Inseln und hier sind die 11 Gründe warum.

1. Whale Watching mit Espaço Talassa

Mitten auf dem Atlantik gelegen sind die Azoren perfekt zum Beobachten von Walen. Im kühleren Frühling gibt es Blauwale zu sehen, in der Hochsaison Delfine und Pottwale. Angeboten wird Whale Watching überall. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass man mit diesen Touren in den Lebensraum der Tiere eindringt und daher einen verantwortungsvollen Veranstalter wählen. Den Azorianern, die bis in die 1980er vom Walfang lebten, ist das Tierwohl nicht ganz so wichtig. Espaço Talassa aber stellt das Wohl der Meeresbewohner an erste Stelle. Sie möchten den Besuchern die wunderschönen Tiere zeigen ohne sie zu beeinträchtigen. Deshalb werden die Wale nicht verfolgt oder bedrängt.

Die Wale werden von einem Beobachter an Land ausfindig gemacht, der den Booten ihre Position weitergibt. Das Stampfen des Bootes macht schon die Fahrt spannend, aber Rückenprobleme solltet ihr hier nicht haben. Die Rundkopfdelfine, Gemeinen Delfine, Seiwale und Pottwale bleiben aber das Highlight! Wir haben u.a. die 70-jährige und schon weißköpfige Pottwaldame White Head gesehen. Zum Ende der Tour wurden die Beobachtungen bei einem Getränk ausgewertet und uns wurden die Reste eines vom Pottwal gefressenen Tintenfischs gezeigt, den wir unterwegs aufgesammelt haben. Die Tour dauerte 3 h, beginnt täglich um 9 und 14 Uhr, kostet 60 € und ihr solltet unbedingt vorab auf der Website buchen!

6 Gründe für Whale Watching mit Espaço Talassa:

  • 99% Garantie von Beobachtungen
  • Das Wohl der Tiere steht an erster Stelle
  • Ziel ist die Wissensvermittlung an Besucher
  • Die Guides sind mit viel Leidenschaft dabei
  • Kostenloser Zugang zum Walfängermuseum
  • Auswertung bei einem kostenlosen Getränk

2. Wanderung auf den Vulkan Pico

Der Pico ist mit 2351 m der höchste Berg Portugals, dritthöchste aktive Vulkan im Atlantik und gab der Insel ihren Namen. Die letzte Eruption war schon um 1720. Die Wanderung startet am Casa da Montanha, einer Hütte auf ca. 1200 Hm. Einen Guide braucht ihr nicht zwingend, der Weg ist gut machbar. In der Hauptsaison müsst ihr aber mehrere Tage vorab online buchen, pro Tag sind nur 320 Besucher erlaubt und nur 160 gleichzeitig. Wir konnten bereits am Tag zuvor nicht mehr reservieren und haben als Platz 6 auf der Warteliste 3h gewartet. Einen Teil der Wartezeit kann man vor den Infotafel in der Hütte verbringen, aber keine 3 Stunden. Anders als Google behauptet, sind die Hütte und damit der Berg im Sommer 24/7 geöffnet. Es lohnt sich also früh zu kommen!

Jeder Wanderer wird mit einem GPS ausgestattet, zum eigenen Schutz und dem des Naturschutzgebietes. Der Weg auf den Krater ist sehr schön natürlich und ausgesetzt, teilweise muss man an den Felsen wirklich klettern. Er führt über Lavastein, dem man ansieht, wie die Lava beim Fließen erstarrte. Wenn ihr fit und trittsicher seid, ist die Wanderung zwar anstrengend aber zweifellos machbar. Zum Glück liegt der Krater meist über den Wolken, wodurch die obere Hälfte des Weges eigentlich immer sonnig ist. Der Weg auf den Krater wird durch 46 Pfeiler markiert, die 47 steht auf dem Gipfel, der wie eine Pfeilspitze aus dem Krater ragt. In diesem kann man für 10 € sogar zelten. Der Aufstieg selbst kostet 25 € und man bekommt bei Rückkehr ein Zertifikat. Insgesamt solltet ihr für die Tour gute 7 Stunden einplanen. Auf dem Weg nach Sao Miguel sind wir über den Pico geflogen und aus der Luft erkennt man den Krater noch viel besser!

3. Guesthouse Miradouro da Papalva

Das Gasthaus war ein glücklicher Zufallsfund. Es ist etwas abgelegen und ohne Auto schwer zu erreichen, Parkplätze sind aber kostenlos vorhanden. Wir wurden ganz herzlich empfangen und zu unserer Suite gebracht. Vor allem eine Suite! Eigentlich war das die günstigste Unterkunft des ganzen Urlaubs. Tatsächlich bekamen wir eine Suite mit Kamin und zwei Balkonen mit Atlantikblick. Das Frühstück bestand aus lokalen Produkten wie Maracujasaft, Käse, Marmelade und Maisbrot von den umliegenden Inseln und wurde draußen unter dem Pavillon zwischen tropischen Pflanzen mit Blick auf den Ozean serviert. Abends saßen wir entweder mit Pizza auf einem der hauseigenen Aussichtspunkte oder kochten frischen Thunfisch in der Außenküche und aßen und tranken Wein mit dem Personal unterm Pavillon. Hier kommt ihr zu Helens Website.

4. Lavastein als Weinberge

Wein ist aufgrund des vulkanischen Bodens ein ganz besonderes Geschäft auf Pico. Nun ist aber die ganze Insel bedeckt von Lavasteinen. Um den Boden frei und kultivierbar zu machen, haben die Bewohner die Steine gesammelt und zu Mauern gestapelt. Die wiederum speichern Wärme und schützen die Weinreben vor Wind. Damit war unser erster Rätsel auf dieser Insel gelöst: Diese wirren Mauern sind Weinberge.

5. Ochsenkarren Trails

In Lajido fuhren früher einzelne Ochsenkarren mehrere Tonnen Wein über den Lavastein. Ihre Räder hinterließen tiefe Kerben im Stein. Sie sind Zeugen einer anderen Zeit und haben für viele Jahre die Geschichte der Insel konserviert.

6. Der Lavastein von Cachorro

Der Name Cachorro bedeutet Hund und kommt von einer Felsformation in Form eines Hundekopfes. Auch hier kann man baden, der Reiz liegt allerdings im Erwandern und Erkunden der Lavafelsen im Atlantik.

7. Vulkanischer Wein

Das besondere an Picos Wein ist, dass er auf Vulkangestein angebaut wird. Dazu holten wir uns frischen Thunfisch. Wir bekamen die ersten Filets, die vor unseren Augen aus dem Fisch geschnitten wurden. Die in der Außenküche des Gasthauses zu kochen und mit Meerblick zu essen war ein Traum!

8. Lavastein als Schmuck

Empfohlen wurde uns der kleine Kunstladen in Santo Antonio von unserer Gastgeberin Helen. Auf Google findet man ihn nicht, im Ort ist er aber ausgeschildert. Eine Frau macht aus Lavastein tollen Schmuck und Deko, die sich ebenso wie der Wein sehr gut als Mitbringsel eignen!

9. Die Caldeiras im Hinterland

Die große Caldeira auf Faial ist bekannt, die vielen kleinen im Hinterland von Pico aber nicht. Hier sind kaum Menschen unterwegs, schon aus dem Auto wirkt das alles wie eine andere Welt und viele der Krater kann man sogar zu Fuß erkunden.

10. Der Lavastein von Cabrito

Ein weiterer toller Ort für Lavasteinformationen ist Cabrito. Man steht auf einer Klippe über dem Ozean und schaut im Sonnenuntergang den Wellen beim Branden zu. Auch hier gibt es eine Badestelle, aber auch hier ist der Fels selbst viel interessanter. Oben zeigen Wellen im Gestein, wie die Lava beim Fließen erstarrt ist. Das Highlight ist aber der doppelte Bogen und dass man sich überall frei bewegen und klettern kann wie man lustig ist.

11. Lavasteinhäuser

Was macht man, wenn man auf einer Insel voller Lavastein lebt? Man schafft sich Platz zum Bauen, indem man das Baumaterial vom Boden sammelt und zu Häusern verbaut. Diese schwarzen Häuser aus Lavastein sind so unglaublich schön!

Wofür ich wiederkommen würde

Die Grutas Das Torres ist eine 5 km lange Lavahöhle, die allerdings nur mit einem Guide begehbar ist und auch das hätten wir – Überraschung – mehrere Tage vorab buchen müssen.

Fazit

Pico ist definitiv eine Insel, auf der man einige Tage verweilen kann. Sie ist im Vergleich zu Faial etwas größer und hat mehr versteckte Orte zu bieten. Einen Mietwagen braucht ihr wie auf eigentlich allen Inseln unbedingt, denn nur so habt ihr die Möglichkeit, diese vielen kleinen aber besonderen Highlights zu sehen.

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