Eine Nacht am Cadair Idris

Der Cadair Idris (Cader Idris) ist mit 893 m der höchste Berg im südlichen Snowdonia National Park in Wales. Der lange Bergrücken umringt den See im Innern wie ein Krater. Auf ihm entlang führt der Wanderweg, von dem aus man einerseits bis aufs Meer und andererseits auf die Berge und Seen schauen kann. Besonders schön ist es, eine Nacht im Zelt am See zu verbringen. Bei gutem Wetter könnt ihr dann vom Gipfel den Sonnenuntergang über der Irischen See beobachten, am See frühstücken und ins kalte Wasser springen, bevor ihr zur Wanderung aufbrecht.

REISEINFORMATIONEN

Dauer: 3-5 h solltet ihr für die reine Wanderung einplanen, ich habe mit Pausen 4 h gebraucht 
Höhenmeter: 893 Hm hat der Berg, der Minffordd Path führt über 788 Hm
Strecke: 9 km Rundweg
Anreise: Direkt am Start liegt ein Parkplatz, ansonsten hält hier der Bus T2 zwischen Bangor und Aberystwyth 
Fähigkeiten: Ihr solltet fit und ausdauernd im Gebirge sein
Popularität: Beliebtes Ausflugsziel, gerade am Wochenende kann es schon einmal voller werden

DIE WANDERUNG

Als wir auf dem Minffordd Path aufbrachen, war das Wetter diesig, regnerisch und kalt. Wir folgten dem langen Aufstieg aus Treppen, der einem in dem wunderschönen Wald entlang des Wasserfalls fast schon leicht fällt. Bis zum See haben wir eine knappe Stunde gebraucht. Der Wanderweg führt nicht direkt daran vorbei, aber einige leicht zu findende Pfade. Mit Einbruch der Dunkelheit haben wir am See unser Zelt aufgebaut und sind am nächsten Tag dem Pfad zurück zum Wanderweg gefolgt. Der führt ab hier steil auf den Krater und auf dem Bergrücken entlang.

Von dort hat man einen tollen Blick auf den See, aber nicht nur das, denn man kann einerseits über die Berge von Snowdonia und andererseits bis aufs Meer sehen! Rechts liegen die Berge und Seen, links das Meer und man selbst wandert genau dazwischen. Teilweise kann es dort oben ziemlich kalt und windig werden, dafür ist der Ausblick einmalig! Den Abstieg solltet ihr nicht unterschätzen, er ist steil und geht mächtig auf die Knie. Zudem besteht er hauptsächlich noch aus Geröll, was ihn sehr rutschig macht. Die Natursteine für die zukünftigen Treppen liegen aber schon bereit, damit der Abstieg bald deutlich einfacher und sicherer wird.

DIE NACHT IM ZELT

Offiziell ist das Wildcampen in Wales nicht erlaubt, aber jeder macht es und niemand beschwert sich darüber. Wir haben das Zelt erst mit Einbruch der Dunkelheit aufgebaut und am nächsten Morgen früh wieder ab. Ich habe trotz meines olivgrünen Zeltes sogar noch einen Platz gesucht, an dem es sich gut in die Umgebung einfügt. Die Briten sind da viel stumpfer und lassen ihr knallbuntes Zelt einfach stehen, wenn die Wanderer an einem sonnigen Sonntag in Massen dran vorbeilaufen. Wir haben das Zelt im Regen und Wind aufgebaut, in Verbindung mit der Kälte konnten wir danach nicht mehr viel machen. Wir sind schnell ausgekühlt und haben den Abend in unseren Schlafsäcken verbracht, während wir dem Regen auf der Zeltplane gelauscht und die Zeltstange im Wind festgehalten haben. Das Abendessen und Frühstück haben wir im Zelt gekocht, denn so schön die Aussicht auch war, es war unangenehm kalt. Eigentlich wollten wir auch im See baden, aber das war mir doch etwas zu kalt.

Es lohnt sich definitiv den Trip nach dem Wetter auszurichten und einen halbwegs warmen und sonnigen Tag zu wählen. Dann könnt ihr auf dem Gipfel den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten, bevor ihr am See das Zelt aufbaut. Ihr könnt auf den Steinen mit Blick auf die Berge und den See essen und das „Alpenglühen“ auf den Berghängen im Sonnenaufgang sehen. Außerdem wäre es verdammt schön gewesen, vor der schweißtreibenden Wanderung kurz in den See zu springen!

FAZIT

Wandern: Das besonders Schöne an diesem Wanderweg ist der Blick auf die Berge, Seen und das Meer gleichzeitig. Wenn ihr fit am Berg seid, ist die Wanderung gut machbar. 

Campen: Auch wenn es in Wales durch die Nähe zum Meer allgemein nicht allzu kalt wird, kann es beim Zelten doch schon unangenehm kalt werden. Aber während einer Übernachtung den Sonnenuntergang über dem Meer sehen, in den Bergen kochen und im Bergsee schwimmen zu können ist ein einmaliges Erlebnis.

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