Mein Traum von den Weihnachtslichtern in London

Seit Jahren träume ich schon davon, einmal die Weihnachtslichter in London zu sehen. Von Zuhause einen Flieger zu nehmen wäre eigentlich so einfach. So viel einfacher, als 7h mit dem Bus aus Aberystwyth anzureisen. Mit dem Bus und einem ziemlich billigen Hostel haben wir es aber geschafft, uns einige der Attraktionen leisten zu können. Anders als Paris ist London keine Stadt für den Studentengeldbeutel, leider aber trotzdem enorm sehenswert! Ob es die Weihnachtslichter zwischen Piccadilly Circus und Oxford Circus sind oder die Skyline vom London Eye bei Nacht. London in der Vorweihnachtszeit ist wunderschön und damit habe ich mir einen langen Wunsch erfüllt!

Das London Eye bei Nacht

Die Aussicht vom London Eye ist so traumhaft, dass ich es nicht in Worte fassen kann! Bei Tag riskiert man, dass über der Stadt ein grauer Schleier liegt und die Skyline kaum zur Geltung kommt. Bei Nacht zu gehen war eine tolle Idee, die Aussicht ist sicher und man kann die Lichter Londons über weite Teile der Stadt sehen. Im Kombinationsticket mit dem London Dungeon haben wir £45 (53€) für die halbstündige Fahrt gezahlt.

Die Weihnachtsbeleuchtung am Piccadilly Circus

Die Weihnachtslichter waren der Hauptgrund unseres Besuchs, sie zu sehen ist schon seit Jahren ein großer Traum von mir! Der schönste Weg beginnt am Piccadilly Circus, hier kann man in der Regent Street, Piccadilly und Saint James verschiedene Weihnachtsbeleuchtungen gleichzeitig sehen. Am schönsten sind sie aber in der Regent Street, wo die Engel mit ihren langen Schleiern leuchten. Sehenswert ist auch die Canarby Street, eine Parallelstraße in Soho. Neben vielen interessanten Läden glänzen hier vor allem die Schmetterlinge und Regenbögen des Canarby Kaleidoscope über der Straße. Beide Straßen führen zur Oxford Street, die mit ihren kleinen goldenen Sternen ebenfalls voller wunderschöner Lichter ist!

Die Tower Bridge bei Nacht

Die Tower Bridge ist immer mein erster Anlaufpunkt in London, einfach weil sie meine erste Assoziation mit der Stadt ist. Bei Nacht ist sie wie vieles hier noch viel schöner als am Tag. Beeindruckend ist es auch durch die Brücke zu gehen, genauso wie der Blick auf den alten Tower neben der neuen Skyline.

Der London Sky Garden

Der Sky Garden ist eine kostenlose Alternative zum London Eye, Tickets muss man wegen des begrenzten Platzes dennoch buchen. Theoretisch ist der Aufenthalt auf eine Stunde begrenzt, aber so streng nimmt das niemand. Bei der Sicherheitskontrolle fühlt man sich allerdings wie am Flughafen. Oben kann man im Restaurant oder in der Bar einen Tisch buchen, aber auch mit dem normalen Ticket bekommt man einen Kaffee. Neben der 360°-Aussicht im Gebäude gibt es auch eine Plattform draußen. In der Nähe des Sky Garden liegen die Leadenhall Markthalle und das London Monument für den großen Stadtbrand 1666.

Westminster Abbey und Big Ben bei Nacht

Der Big Ben war schon bei meinem letzten Besuch 2018 in ein Baugerüst gehüllt, ist es jetzt immer noch und wird es wohl noch eine Weile sein. Auch der Big Ben und das Westminster Abbey kommen beleuchtet bei Nacht noch einmal ganz anders rüber, gerade wenn momentan die Hälfte in Gerüste gehüllt ist. Es lässt sich perfekt auf einem Spaziergang vom London Eye einbinden, wenn man danach weiter zum Trafalgar Square und Piccadilly Circus geht.

Weihnachtsmarkt am Trafalgar Square

Zwischen dem Big Ben und den Weihnachtslichtern liegen fußläufig die Weihnachtsmärkte am Trafalgar Square und Leicester Square. Die Stände sind auf beiden gleich, am Trafalgar Square aber mit der National Gallery als Kulisse. Der Weihnachtsmarkt ist nicht sonderlich riesig und das Essen relativ teuer, für einen Glühwein und Weihnachtsstimmung aber zu empfehlen. Es ist ein verrücktes Gefühl plötzlich all die Orte tatsächlich zu sehen, die man sonst nur aus alten Lehrbüchern kennt!

Restaurant in China Town

China Town war für mich eine komplette Reizüberflutung. Sie liegt direkt am Leicester Square und nahe des Piccadilly Circus. Wie der Name verspricht, wimmelt es vor lauter chinesischer Restaurants, Bäckereien und Shops. Zum ersten Mal habe ich mich allein in ein Restaurant getraut und war richtig stolz auf mich! Ich dachte bei all den Restaurants zunächst, dass ich irgendwann einmal in Begleitung herkommen müsste. Dann habe ich mir aber das Nächstbeste ausgesucht und vegetarische Teigtaschen im Bambusdämpfer bestellt. Mit einem einzelnen kleinen Tisch in der Ecke war das zwar keine ermutigende Erfahrung, aber ich würde wieder allein essen gehen!

Der London Dungeon

Vom London Dungeon hatte ich zwar schon gehört, wusste aber auch nicht genau, was uns erwarten würde, außer Geschichte gepaart mit Horror. In einer Gruppe geht man verschiedene Stationen der Geschichte Londons ab. Beginnend mit Guy Fawkes, der 1605 versuchte das Parlament zu sprengen, über die Pest, den Stadtbrand 1666, bis hin zu Jack The Ripper. Damit habe ich natürlich noch nicht alle Stationen verraten! Jede Station wird in einem Raum durch einen Schauspieler dargestellt. Die Szenen sind unglaublich interaktiv, die Schauspieler mitreißend und die Effekte sehr cool. Bei Guy Fawkes gab es eine bebende Bodenplatte für die Explosion und bei den Folterwerkzeugen musste ich aus einem Käfig zugucken. Bei der Pest sind Blutegel entkommen und plötzlich kribbelte es unter unseren Sitzen. In einem Lebensmittelladen kam eine Leiche durch die Luke und in einer Kneipe tauchte nach flackerndem Licht Jack The Ripper auf und fuchtelte mit einem Messer. Im Gerichtssaal hing eine Liste mit Todsünden, die damals aufgrund von Hunger viel mit Lebensmitteln zu tun hatten. Auch hier hat der Richter mehrere Besucher aufgerufen und aus wahnwitzigen Gründen verurteilt. Am Ende kommt der Freie Fall über 10 Meter. Natürlich ist der Dungeon touristisch, einfach schon weil er in einer Straße mit dem London Eye und dem Sealife liegt. Aber die Darsteller, Kulissen und Effekte sind einfach unglaublich gut. Man wird an jeder Station eingebunden und so viel Spaß und Tollerei es auch ist, lernt man tatsächlich etwas über die Schattenseiten Londons. Ich kann den Dungeon also klar empfehlen, besonders das Kombiticket mit dem London Eye für £45 (53€).

Greenwich Park inklusive Royal Observatory

Endlich konnte ich im Greenwich Park die verlorenen Bilder von 2018 rekonstruieren, die damals mit meinem Handy auf dem Boden zerschellt sind. Vom Royal Observatory hat man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt und bei Dunkelheit über eine Skyline voller Lichter. Diesmal haben wir uns sogar den Eintritt ins Royal Observatory gegönnt für £8 bzw. £5 für Studenten, um den Nullmeridian und das Museum zu sehen. Faszinierend fand ich die Camera Obscura, die nur anhand von Spiegeln in einem dunklen Raum die Aussicht von draußen live auf einen weißen Tisch überträgt. Und natürlich die 24-Stunden-Uhr, die ich aus meinen Englischlehrbüchern aus der 5. Klasse deutlich größer eingeschätzt habe.

Die Wachablösung am Buckingham Palace

Wahrscheinlich war es die Soldatin in mir, die so aufgeregt über den Guard Change am Buckingham Palace war. Angefangen hat es mit einem Zug von Pferden, deren Reiter goldene Helme trugen. Sobald diese vorüber waren, hat man hinter dem Victoria Memorial schon die Blaskapelle mit der Wachabteilung gehört. Der erste Zug marschierte durch das linke Tor, der zweite später durch das rechte Tor auf den Platz vor dem Palast. Zuschauer können außerhalb durch die Tore gucken und die Plätze sind begehrt! Die Ablösung ist eine richtige Show, für welche die Blaskapellen bekannte Lieder spielen, wie „We don´t need another hero“ von Tina Turner. Ich möchte gern im Sommer noch einmal wiederkommen, wenn die Wachen ihre roten Uniformen statt der grauen Wintermäntel tragen.

Der Camden Market

Noch interessanter als die Läden selbst sind die Fassaden der Häuser mit ihren 3D-Plastiken von Schuhen bis zum Riesenrad. In den Läden findet man Souvenirs, Vintage und immer etwas zu essen.

Leadenhall Market

Direkt neben dem London Monument für den Stadtbrand 1666 und dem Sky Garden liegt die Leadenhall Markthalle mit den etwas besseren Geschäften für Anzüge, Lebensmittel und Restaurants. Sie ist nicht die typische Markthalle voller interessanter kleiner Läden und Bistros wie wir sie aus Cardiff kennen, aber zu Weihnachten ist sie schön anzusehen!

Fazit

Die Weihnachtslichter in London habe ich geliebt, die Skyline bei Nacht ist wunderschön und in den Straßen gibt es eine Menge zu entdecken. Nicht nur in der Weihnachtszeit, auch die dauerhaften Attraktionen haben es mir angetan. Im Vergleich zu Paris ist London relativ teuer. Studentenrabatte oder gar kostenlose Eintritte gibt es kaum, man zahlt für alles den vollen Preis. Nach Paris im Sommer und London zu Weihnachten fehlen jetzt nur noch London im Sommer und Paris zu Weihnachten!

Zum Video:

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