Klippenspringen und Lavendelfelder – Roadtrip in der Provence


Unsere Vorfreude war groß, die Enttäuschung umso größer: Obwohl wir pünktlich am Flughafen waren und das Gepäck schon aufgegeben hatten, verpassten wir aus eigener Dummheit unseren Flug. Da haben wir wohl vergessen, dass das Gate eine halbe Stunde vor Abflug geschlossen wird. Das konnte doch nicht wahr sein, ein ganzes halbes Jahr Vorfreude und dann schaffen wir es nicht einmal in den Flieger? Gott sei Dank haben wir noch am Flughafen einen neuen Flug für den nächsten Tag buchen können und sind nur einen Tag später angekommen. Aber hey, solche Geschichten sind es doch, über die man letztlich lacht!

MIT DEM MIETWAGEN DURCH SÜDFRANKREICH

Unseren Mietwagen haben wir trotz der Verspätung bekommen, der sollte aber deutlich größer ausfallen, nämlich so groß, dass wir eine Luftmatratze auf die umgeklappten Rücksitze hätten legen können. Stattdessen war aber nur noch ein kleinerer Wagen da, mit dem eben das nicht ging. Unsere Schlafplätze mussten wir also von jetzt an jeden Tag neu buchen und das ist weiß Gott nicht einfach, wenn man gar nicht weiß, wo man abends ankommt!

TOULOUSE – CARCASSONNE – SÈTE

Den ersten Tag haben wir fast vollständig auf der Straße verbracht – das haben wir uns eigentlich anders vorgestellt. Grund dafür war, dass wir die Maut einsparen wollten und so auf die mautfreien Landstraßen ausgewichen sind. Damit waren wir zwar deutlich länger unterwegs, konnten aber überall anhalten. Das Gefühl wirklich auf einem Roadtrip zu sein, war so auf jeden Fall viel besser, als wären wir auf der Autobahn nur von Ziel zu Ziel gefahren. So tauchte beispielsweise plötzlich die Cité de Carcassonne mit ihren riesigen gelben Kreisen hinter einer Kurve auf. Die Altstadt ist heute mit ihren vielen Restaurants und Cafés ein toller Ort zum Ausgehen. Die gelben Kreise waren ein künstlerisches Projekt und damit nur bis September 2018 zu sehen. Aber sie sind ein tolles Beispiel dafür, was man auf dem Weg findet, wenn man aufmerksam ist und vor allem Mautstraßen meidet.


SÉTE – VALENSOLE

Schon wieder haben wir mehrere Stunden im Auto verbracht und die mussten sich diesmal wirklich lohnen. Schon viel zu lange träume ich davon, endlich die Lavendelfelder zu sehen. Wenn das wie alles bisher auch schiefgehen sollte, wäre das eine herbe Enttäuschung. Aber meine Angst war unbegründet, die Region um Valensole lebt landwirtschaftlich und mittlerweile auch touristisch vom Lavendel! Der Lavendel war einfach überall und er war noch wunderschöner als ich ihn mir vorgestellt hatte. Schöner hätte es kaum werden können, als wir in der Nähe einen kleinen Campingplatz mit Pool fanden, von dem aus wir zum Sonnenuntergang noch einen Abstecher zu den Feldern machen konnten. Ihr solltet euch aber bewusst sein, dass die Lavendelfelder wirklich kein Geheimtipp sind! Es kommen so viele hierher und man kann sich glücklich schätzen, dass sich die Massen – noch – auf den großen Feldern zerlaufen. Geht bitte verantwortungsvoll mit den Pflanzen um, sie sind die Existenz der Landwirte und die können ihre Felder auch schnell für Touristen sperren, wenn die sich nicht benehmen.

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SCHLUCHT VON VERDON UND LAC DE SAINTE-CROIX

Gerade einmal eine halbe Stunde entfernt liegt der Lac de Sainte Croix, ein wunderschöner, türkisblauer Stausee, in den die Schlucht von Verdon mündet. Die Möglichkeiten, Kanus und Tretboote auszuleihen und in die Schlucht zu fahren, scheinen unbegrenzt. Aber auch die Schlucht ist kein Geheimtipp mehr, sie ist lediglich groß genug, damit sich all die vielen Boote nicht in die Quere kommen. Das hört sich nicht gerade begeistert an? Begeistert hat es mich auch nicht. Die Schlucht war schön und hätte man sie zufällig entdeckt, wäre es sicher umwerfend gewesen. Aber so wirkte es auf mich wie ein einfacher touristischer Hotspot, den man jetzt von seiner Liste streichen konnte. Wenn ihr nicht so empfindlich mit touristischen Massen seid, werdet ihr aber sicher ein tolles Erlebnis in der Schlucht haben!

Die Felswände sind übrigens auch sehr beliebt zum Klippenspringen. Einige legen aus 10 – 15 Metern einen gestreckten Auerbachsalto hin, ich war schon überfordert, aus 8 Metern gerade herunterzuspringen. Als wäre der Druck nicht schon groß genug, halten auch noch so viele Boote an, wenn man dort oben steht.😄 Tatsächlich habe ich es auch nicht geschafft, vernünftig und gerade ins Wasser zu springen. Stattdessen bin ich schief aufgekommen und habe mir einen tauben Oberschenkel und eine böse Ohrenentzündung geholt. 😄

VOM MITTELMEER ZUM ATLANTIK

Am 02. Juli hatten wir einen Termin zum Paragliding an der Atlantikküste und irgendwie hatten wir fest mit einem 31. Juni gerechnet. Umso schockierter waren wir, als wir am 01. Juli in unserem Zelt aufwachten und feststellten, dass wir schon morgen am anderen Ende Frankreichs sein mussten. Da uns nun ein ganzer Tag fehlte, mussten wir die Fahrt von ursprünglich zwei Tagen auf einen stauchen. Auf den mautfreien Straßen waren wir damit bei 10 Stunden Fahrzeit. Einen Stopp haben wir aber dennoch in Palavas-les-Flots gemacht. Dort leben einfach an der französischen Mittelmeerküste freilebende Flamingos! Das Städtchen schien ein beliebter Urlaubsort zu sein und gern wären wir im Mittelmeer geschwommen, hätten Parasailing ausprobiert und wären Jetski gefahren. Aber uns fehlte nun ein ganzer Tag und wir mussten wirklich weiter.

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Das war in etwa die erste Hälfte unserer Frankreichreise in der Provence und am Mittelmeer. Nach anstrengenden 10 Stunden Fahrt kamen wir bei Weltuntergangswetter endlich am Atlantik an. Wir haben uns zwar einen Roadtrip gewünscht und haben auch viel gesehen, dennoch haben wir extrem viel Zeit auf der Straße verbracht und das war für uns alle sehr anstrengend. Die Autobahnen zu meiden, hat sich für uns absolut gelohnt, Orte wie Carcassonne oder Palavas-les-Flots hätten wir sonst nie gefunden! Ich bin leider gar kein Fan von überlaufenen Orten, da ist Südfrankreich eigentlich nicht das beste Reiseziel. Dennoch war es wunderschön und gerade die Lavendelfelder haben es mir echt angetan.

Erzählt mir auch gern von euren liebsten Orten in der Provence! Den zweiten Teil der Reise rund um die Dune du Pilat und Bordeaux findet ihr hier.

3 Gedanken zu “Klippenspringen und Lavendelfelder – Roadtrip in der Provence

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