Paragliden an der Dune du Pilat – Roadtrip am französischen Atlantik

Das Mittelmeer verließen wir noch bei 30 Grad und Sonnenschein, nur ganz kurz war ich auf dem Rücksitz des Mietwagens eingeschlafen, da ging vor unserem Ziel plötzlich die Welt unter. Schwarze Gewitterwolken und Sturmböen, irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt. Vor unserem Hotel floss der Regen schon gar nicht mehr ab und sammelte sich in riesigen Überschwemmungen auf den Straßen. Dass wir bei dem Wetter morgen paragliden würden, haben wir jedenfalls nicht mehr geglaubt. Eher sah es danach aus, als würden wir die nächsten Tage in diesem kleinen Apartment in Arcachon festsitzen. Doch so schnell wie das Unwetter kam, verzog es sich auch wieder und wie geplant setzten wir den Roadtrip an der Atlantikküste fort.

Dune du Pilat & Paragliding 

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Als wir am nächsten Morgen unser sicheres Apartment verließen, hatte sich das Wetter zum Glück wieder gefangen. Bei Sonnenschein fuhren wir zur Dune du Pilat, die mit 110 Metern die höchste Wanderdüne Europas ist. Natürlich haben wir nicht gesehen, dass links und rechts vom Parkplatz Treppen auf die Düne führten und so quälten wir uns wie viele andere 110 Meter durch den Sand. Kurz vor dem Ziel riss mir eine Windböe den Hut weg und ich konnte ihm dabei zusehen, wie er 110 Meter in die Tiefe rollte. Gut, dann gehe ich eben ohne Hut weiter, dem laufe ich bestimmt nicht hinterher. Auf der anderen Seite zum Strand abzusteigen, war dann aber wieder okay. Der Ausblick auf den Ozean war der Wahnsinn, auch wenn es extrem anstrengend war, nach dem Ausflug zum Strand die Düne wieder hochzukraxeln.

Bunker des Atlantikwalls

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Der Abstieg zum Strand lohnt sich wirklich, denn überall liegen die alten Bunker des Atlantikwalls. Als der Sand unter ihnen nachgab, rutschten die Betonriesen von den Dünen bis runter an den Strand. Einige blieben noch auf dem Weg hängen, andere rutschten bis ins Wasser. Nicht einmal annähernd zerstört oder abgenutzt liegen sie teils eingegraben am Strand und im Meer. Da sich der deutsche Stahlbeton nicht zerstören lässt, lies man die Bunker an Ort und Stelle liegen. Man kann auf jeden einzelnen klettern, nur rein kommt man nicht, denn die Eingänge wurden aus Sicherheitsgründen verschüttet. Für mich ist es ein beeindruckendes Bild, wie diese Relikte aus dem 2. Weltkrieg zwischen den Badegästen am Strand liegen, einfach weil eine Beseitigung zu aufwändig wäre.

Paragliding

Gegen Abend hatten wir den lang ersehnten Termin zum Paragliding am Plage du le Petit Nice, gleich neben der Dune du Pilat. Weil der Wind nicht günstig stand, konnten wir weder besonders hoch noch die coolen Manöver fliegen, für die wir extra bezahlt hatten. Anstatt uns vorher zu sagen, dass die Bedingungen nicht passen, kassierten sie lieber den höheren Preis und vertrösteten uns im Nachhinein. Das Video, das ich damals unbedingt wollte, war sein Geld auch nicht wert. Das habe ich spätestens mitbekommen, als ich es erst zwei Jahre später erstmals angeschaut habe. Natürlich war es irgendwo auch eine tolle Erfahrung, aber mir ist sie eigentlich nur als Abzocke in Erinnerung geblieben.

Wildschweine auf dem Campingplatz

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Unser Campingplatz für die Nacht hat mich nicht gerade umgehauen. Von den 4 beworbenen Sanitäranlagen war nur eine offen. Für mich ist das natürlich richtig doof, so oft wie ich nachts pinkeln muss. Die Kilometer, die ich in der Nacht zurückgelegt habe, wurden durch eine kleine Rotte Wildschweine wieder gut gemacht, die vor unserem Zelt nach Essen suchte. Am nächsten Morgen ging es für uns direkt weiter nach Bordeaux.

Weintasting in Bordeaux

Pizza zum Frühstück an der Garonne und schon zur Mittagszeit leicht einen sitzen haben nach einem Weintasting in einer Weinbar. Eigentlich wollten wir dazu ganz klassisch auf ein Weingut, das war uns aber zu teuer. In der Bar a Vin in Bordeaux gab es bezahlbare Weine aus der ganzen Region. Auf der Suche nach dem einem bestimmten Rosé liefen wir von einer Vinothek zur nächsten und haben uns von den netten Verkäufern Weine für über 4000 EUR zeigen lassen, diese Weine sind einfach mehr wert als mein Auto! Gerade rechtzeitig bevor der Himmel wieder über uns einbrach und die Welt unterging, haben wir es zum Auto geschafft und uns auf den Weg nach Biarritz gemacht.

Surferparadies Biarritz

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Das Wetter war leider gar nicht mal so gut. Baden war damit eher nicht drin, aber auch durch die Stadt zu bummeln lohnt sich. Von der Felsenküste hatte man einen tollen Ausblick auf den Strand und die Surfer. Überall blühten die Hortensien und an jeder Ecke gab es süße Cafés und Restaurants. Aus unserem Plan eine Surfstunde zu nehmen, wurde leider nichts. Obwohl es echt kalt war, haben wir es uns doch nicht nehmen lassen, kurz vor der Rückfahrt nach Toulouse ein letztes Mal in die Wellen zu springen.

Wofür würde ich wiederkommen?

Surfen in Biarritz! Wo ich jetzt endlich mal im Surfcamp war und mir zutraue, allein ein Board auszuleihen, mache ich die Strände dieser Welt unsicher! Zum Surfen komme ich also sicher wieder 💪 Die Lavendelfelder könnte ich mir wieder und wieder ansehen.

7 Gedanken zu “Paragliden an der Dune du Pilat – Roadtrip am französischen Atlantik

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