Mein Guide für Faial – Die blaue Insel der Azoren

Auch dieses Jahr stand der Sommerurlaub im Zeichen von Corona. Aber nach 1,5 Jahren wollte ich endlich mal wieder raus und ein exotisches Ziel bereisen. Das musste aber irgendwie ohne Quarantäne und PCR-Test gehen. So kamen wir auf die Azoren. Das Archipel im Atlantik ist eine autonome Region Portugals und gilt als das europäische Hawaii. Es ist ein Paradies für Outdoor- und Natururlaube. Jede der Inseln bekommt einen Beinamen und so ist Faial die Ilha Azul, die blaue Insel. Der Name kommt von den meterhohen Hortensienbüschen, die über die Sommermonate die Insel schmücken. Mit einem Ausmaß von gerade einmal 20 x 14 km lässt sich Faial leicht mit dem Mietwagen erkunden und dafür habe ich hier meine 10 liebsten Orte und Aktivitäten auf Faial zusammengefasst.

1. Baden in Lavasteinbecken im Atlantik

Auf den Azoren sind die meisten Badestellen Lavasteinbecken im Atlantik. Aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs bestehen die Küsten der Inseln aus Vulkangestein, in das sich nach und nach der Ozean frisst. In diesen natürlichen Becken kann man geschützt im Wellengang des Atlantik schnorcheln und baden. In Varadouro wurde mit Beton ein Weg zwischen die Lavafelsen gegossen, der die verschiedenen Becken verbindet. Ein Becken, Pool und Kinderbecken werden von Bademeistern bewacht. Die Action gibt es allerdings im unbewachten Becken, hier ist das 3m-Sprungbrett, man kann von Klippen springen, schnorcheln und auf den Felsen Krabben beobachten. Mehrere Becken und ein Sprungbrett gibt es auch im Porto do Comprido am Capelinhos, hier aber gänzlich unbewacht. Duschen und Toiletten gibt es aber an jedem noch so unbewachten Badeort.

2. Die Vulkaninsel Capelinhos

An der Westküste Faials formte ein unterseeischer Vulkan durch mehrere Ausbrüche eine Insel. Vom ersten Ausbruch am 27. September 1957 dauerte es keine zwei Monate, bis diese riesige Insel entstanden und mit Faial verbunden war. Der Vulkan begrub mehrere Häuser und die ersten 2 Stockwerke des Leuchtturms unter sich. Zu sehen sind heute nur noch der dritte Stock und der Turm. Die Geschichte und alte Bilder werden im Dokumentationszentrum ausgestellt, das in den Boden vor dem Leuchtturm eingelassen ist. Der Eintritt kostet 10€ und verschafft euch auch Zutritt zum Turm. Viel schöner aber finde ich die Aussicht von den Felsen, die man neben dem Leuchtturm erwandern kann. Die Insel selbst zu betreten ist zwar nirgends ausdrücklich verboten, aber niemand macht es und die Angestellten des Museums pfeifen Touristen zurück, wenn sie nur auf der falschen Seite des Zauns gehen.

3. Wandern um die Caldeira

Die Caldeira ist das Aushängeschild von Faial, der Weg hierher ist gesäumt von meterhohen Hortensienbüschen. Weil die Caldeira die höchste Erhebung der Insel ist, ist es hier öfter bewölkt. Zu Beginn haben wir gar nichts gesehen, mit der Zeit ist es aber aufgezogen und wir hatten eine wunderschöne Aussicht. Die Rundwanderung auf dem Kraterrand ist 8 km lang, teilweise ausgesetzt und sehr natürlich. Im Norden zweigt ein weiterer kleiner Wanderweg mitten in die Hortensien ab, ein Abstecher lohnt sich definitiv! Vom Parkplatz aus erreicht man über einen Tunnel den Aussichtspunkt. Der Blick auf die Caldeira und die Wanderung sind wunderschön, aber wirklich kein Geheimtipp.

4. Ribeirinha und sein Leuchtturm

Ribeirinha und sein Leuchtturm wurden 1998 bei einem Erdbeben zerstört. Bekannt ist vor allem der Leuchtturm, von dem aus man eine tolle Aussicht auf den gegenüberliegenden Pico hat. Die Risse im Turm sehen seit Jahren aus, als würde er jeden Augenblick einstürzen. Alles ist so zerstört, dass man sich ohne die Bilder auf der Infotafel kaum vorstellen kann, dass der Leuchtturm am 8. Juli 1998 noch bewohnt und funktionstüchtig war. Im Dorf fallen die Zerstörungen kaum auf, ohnehin sind viele Häuser auf der Insel verlassene Ruinen. Nur die Kirche macht einen Unterschied. Wie sie mitten im Dorf steht, scheint sie noch immer seinen Mittelpunkt darzustellen, obwohl sie vor bereits 23 Jahren bis auf die Grundmauern zerstört und nie wieder aufgebaut wurde.

5. Die schwarzen Strände Praia do Norte und Almoxarife

Der Praia do Norte ist ein eher einsamer Strand im Norden der Insel. Nur wenige Leute kommen hierher, wo die Felsen bis zum Strand abfallen und die Wellen ungebremst auf das Ufer treffen. Beliebter ist der Praia do Almoxarife nahe Horta, er ist bewacht und das Wasser ruhiger. Außerdem hat man von hier einen wunderschönen Blick auf den Pico. Beiden ist aber gemein, dass sie durch ihren vulkanischen Ursprung schwarzen Sand haben.

6. Die Marina von Horta

Horta ist keine pulsierende Stadt, dafür aber ein beliebter Anlaufpunkt für Segler auf ihren Atlantiküberquerungen. An jeglichen Mauern in der Marina finden sich Verewigungen von Seglern aus mehreren Jahrzehnten.

7. Monte da Guia

Hier zum Sonnenuntergang das Auto rückwärts einparken und mit Blick auf die Bucht, Pizza und Bier im Kofferraum sitzen. Die Bucht ist ein Naturschutzgebiet, runter kann man also nicht. Auf der nach Horta zeigenden Seite des Berges gibt es allerdings eine weitere Bucht mit Strand.

8. Azores Faial Garden mit Pico-Blick

Ein eigentlich gewöhnliches 4* Hotel mit einer Besonderheit: vom Frühstückssaal und Infinitypool habt ihr diesen wunderschönen Ausblick auf den Berg Pico auf der gegenüberliegenden Insel. Einige Zimmer haben diese Aussicht auch, aber das finde ich bei dem Frühstück und Pool nicht zwingend notwendig.

9. Restaurant Rumar

Das Restaurant ist etwas unscheinbar von außen, aber genau das finde ich hier so schön! Die Läden sehen nicht aus wie von der Stange und machen alle das Gleiche. Innen hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Atlantik und täglich gibt es frischen Fisch von der Küste vor der Insel. Der Weg hierher von Süd nach Nord über die Insel wird zwar nicht gut instandgehalten, dafür ähnelt er einem botanischen Garten.

10. Gin do Mar als Mitbringsel

Ich bin mir nicht sicher woher der Name „Gin do Mar“ kommt. Vielleicht von der Maracuja, mit welcher der Gin versetzt ist. Vielleicht vom Meer und dem Hintergrund seines Herstellers im Segeln. Verkauft wird er im Peter Café Sport, einem weiteren Touristenhit auf Faial. Aber mehr als das ist es auch nicht mehr, hektisch und touristisch. Einen Tisch bekommt man kaum noch. Außer der Inneneinrichtung spricht hier nichts mehr für den Treffpunkt von Seglern, der dieses Café einmal war. Sei es drum, der Gin do Mar war wirklich lecker!

Fazit

Faial hat einige wirklich schöne Flecken, darüber hinaus gibt es aber nicht viel. Die alte Walverarbeitungsfabrik aus Zeiten des Walfangs hätte ich mir gern noch angesehen. Aber viele Wanderwege und Natursportmöglichkeiten gibt es schlichtweg nicht. Wer mehrere Inseln besichtigen will, kann Faial bei gutem Wetter mit einem Mietwagen gut in 2 Tagen erkunden. Da haben andere Inseln wie Pico doch etwas mehr zu bieten, dennoch ist Faial ihren Besuch wert!

Wenn ihr noch weitere Tipps für Faial habt, schreibt sie mir doch gern in die Kommentare!

Ein Gedanke zu “Mein Guide für Faial – Die blaue Insel der Azoren

  1. Pingback: Meine 11 Tipps für Pico – Die gebirgige Insel der Azoren | Hanna Helene

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